Was tut einer, zumal ein Artist, wenn ein Kampfstier auf ihn losstürmt? Zum Beispiel drüberspringen.
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Hubert Burda hat in der FAZ schwere Geschütze aufgefahren: Google enteigne die Verlage, und die Online-Medien ruinierten die Geschäftsgrundlage der Medienindustrie. Deshalb forderte er unter anderem eine stattliche Kontrolle von Google, Zwangsabgaben des Suchmaschinenbetreibers an die Verlage sowie staatliche Subventionen zum Erhalt der Medienindustrie . Damit hat er im Web eine hitzige Debatte entfacht. Ein interessantes Resümee dazu hat Anja Seeliger auf Perlentaucher verfasst:
Ebenfalls interessant auch ihre Zusammenfassung der bisher vorgebrachten Forderungen der Verleger, mit denen der Staat das Internet unter seine Kontrolle bringen soll. Der Forderungskatalog der Verlage umfasst inzwischen: Continue reading Der Machtkampf um die vierte Gewalt im Staat fängt erst an Schon gewusst? ‘googeln’ ist ein urdeutsches Wort! Seinen Ursprung hat es im mittelhochdeutschen Verb ‘gougeln’, was ‘gaukeln’ bedeutete. Sogar ein passendes Hauptwort gibt es dazu: Im Mittelalter bezeichnete man mit ‘gougelaere’ den Gaukler. Demnach könnte man also fast sagen, dass, wer heute googelt, ein ‘Googler’ – also ein Gaukler – ist. Oder? (Gefunden im “Etymologischen Wörterbuch der dt. Sprache”, dem “Kluge”) Videoconferencing ist gerade en vogue, und bei Recherchen zum Thema bin ich auf dieses interessante Fundstück gestoßen. Obiges Bild zeigt das möglicherweise erste kommerziell eingesetzte Videotelefon – den von der deutschen Reichspost ab dem Jahr 1934 (!) betriebenen “Fernsehsprechdienst” (auch “Fernsehsprechstelle”). Vom Postamt aus konnte man damals einen “Videochat” mit seinem Gesprächspartner zwischen einigen deutschen Städten wie München, Berlin, Nürnberg und Leipzig abhalten. Damit wäre eine Darstellung der amerikanischen Bell Labs wiederlegt, die in ihrem Kundenmagazin von 1969 (PDF) für sich den (experimentellen) Start des ersten Videotelefonservices im Jahr 1956 reklamierten. (Ich hatte dazu vor einiger Zeit hier mal was geschrieben.) Interessanterweise gibt es im Web kaum Dokumente über die Pionierleistung der Reichspost, das Bild oben stammt vom Fernsehmuseum in Wiesbaden. Eine schöne chronologische Auflistung der Geschichte des Bildtelefons bietet auch Stephan Hessberger.
Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, das das nicht die Zukunft der Qualitätsmedien sein kann (via S. Niggemeier). Da lob ich mir Heribert Prantl, der gestern in seiner Rede beim Netzwerk Recherche (PDF) solche Fehlentwicklungen zwar gebrandmarkt, nicht aber in das Horn vieler seiner Kollegen gestoßen und Blogs und das Web als kulturzersetzende Elemente verteufelt hat. Stattdessen stellte er das Internet als neues, vielversprechendes Medium für einen neuen (Qualitäts-)Journalismus dar. |
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