Die Gourmets von damals: “Neues Kochbuch” von 1806

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Man kann es sich immer nicht so recht vorstellen, wie die Menschen früher gelebt haben. Irgendwie ärmlich stellen wir es uns vor, vom “freien”, zügellosen Konsum unserer Zeit war man unendlich weit entfernt. Ein guter Gradmesser, um sich den Lebensstandard vergangener Zeiten zu vergegenwärtigen, ist die Ernährung – und was kann bessere Einblicke dazu liefern als ein Kochbuch. So zum Beispiel das “Neue Kochbuch” von Friederike Louise Löffler aus dem Jahr 1806. Ich bin zufällig darauf gestoßen und war erstaunt, welche – zeitlosen – Köstlichkeiten damals auf dem Speiseplan standen. Zum Beispiel “Schmalzbäckerei: Fastnachtküchlein mit Hefen”. Wäre durchaus mal eine Anregung für eine alternative, anschauliche  Form des Geschichtsunterrichts.

Übrigens: Der Dessert-Klassiker “Bayrisch Creme” lässt sich laut Wikipedia bis ins Jahr 1385 zurückverfolgen – als Bayern-Export an die französische Haute Cuisine.

neues kochbuch 1806

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Salzbreze siegt gegen die EU-Geschmackspolizei

Kann es sein, dass guten Prinzipien ein selbstzerstörerischer Trieb innewohnt? Wie etwa jenen der EU, die immer öfter in eine Regulierungswut ausarten und damit über kurz oder lang das ganze Projekt in Misskredit bringen?

Scheint dort nur niemanden zu interessieren. Und deshalb hat man nun dem Salz den Kampf erklärt. Genauer gesagt dem Salz als gefährlichen Stoff, der unser Brot und unsere Brezen verseucht. Und so haben die guten Ritter von der EU-Kommission den Kampf für ihre Bürger aufgenommen und eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, um uns vor unserem vermeintlich gesunden Grundnahrungsmittel zu schützen. Die Briten – wer hätte es gedacht – gelten als vorbildlich, weil sie eine Vorliebe für lätschertes Brot haben. Dass sie sich dafür gesalzene Butter aufs Brot schmieren, würde unsereins jetzt eventuell als absurde Logik bezeichnen. Nicht so anscheinend die EU-Kommission.

Immerhin mussten sie nach Protesten nun einen Rückzieher machen. Aber wie es heißt, wollen sie dranbleiben und uns mit einem neuen Anlauf das salzen irgendwann austreiben. Ich hoffe, dass man ihnen diese Suppe weiterhin versalzen wird.

Neue Mini-Brennstoffzelle von SFC: Akkus ade, IT wird allmählich tragbar

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Wenn es für den Militärbereich entwickelt wurde, müsste das ja was taugen: Der deutsche Hersteller Smart Fuel Cell (SF) meldet gerade den Verkaufsstart der Mini-Brennstoffzelle Jenny, die mit Methanol betankt wird, gegenüber LiIonen-Akkus um 80 Prozent leichter sein soll und außerdem nicht mal warm wird (Hitze ist eines der typischen Probleme bei Brennstoffzellen.)

WordPress 2.7 Auto-Update funktioniert nicht: Die Lösung

Was hatte ich mich mit Erscheinen von WordPress 2.7 gefreut, dass nun Dank der neuen automatischen Update/Upgrade-Funktion endlich die zeit- und nervraubende manuelle Aktualisierung des Systems überflüssig ist. Doch die Enttäuschung war groß, als ich nun mit der Veröffentlichung von 2.7.1 diesen neuen Automatismus erstmalig testen wollte. Egal mit welchem Browser ich es versucht – das Update wollte einfach nicht laufen. Nachdem ich mich gestern zunächst über das Thema “Automatische Plugin-Updates” in einem absoluten Irrweg verlaufen hatte (diese Lösung brachte bei mir außer PHP-Fehlermeldungen überhaupt nichts), bin ich nun endlich auf eine funktionierende Lösung gestoßen:

Wer wie ich beim Update scheitert, sollte diese Anleitung befolgen. Man muss dazu lediglich eine Zeile Code in die .htaccess-Datei kopieren (mit Hilfe eines FTP-Clients; die Datei befindet sich im Stammverzeichnis der WP-Installation). Der Test verlief erfolgreich – innerhalb weniger Sekunden war 2.7.1 eingespielt. Der Tag ist gerettet, und die regelmäßigen Upgrades haben ihren Schrecken verloren! :-)

[EDIT: In folgendem, aktuellereren Beitrag hab ich das Ganze nochmal mit Screenshot erklärt.]

[EDIT 2 (4.8.09): Inzwischen hab ich herausgefunden, dass manche inkompatible WP-Plugins Schlud sind an der Update-Verweigerung. Am besten also alle (aktiven) Plugins deaktivieren, Updaten, und dann die Plugins wieder aktivieren.]

Apple-Revolution: MacBook Wheel – das erste Notebook ohne Tastatur!

Da haben die Miesepeter von der Wirtschaftswoche wohl nicht richtig aufgepasst auf der gerade stattfindenden Apple-Messe “Macworld 2009”. Während sich nämlich die Kollegen über zu wenig Neuigkeiten beklagen, vermeldet der amerikanische Newsdienst Onion News Network eine echte IT-Revolution: Apple bringt das erste Notebook ohne Tastatur – endlich wird alles gut mit dem Click-Wheel!


Apple Introduces Revolutionary New Laptop With No Keyboard

(Achtung Satire! Danke Damir – selten so gelacht.)

Wir glauben an das Christkind!

Gebt dem Weihnachtsmann keine Chance! :-)

gEbt DEN WeiHnaCHTsMaNN KeInE CHANCE wir GLauBEN An DAS CHRISTIKIND!!

Der Tiroler Verein „Pro Christkind“ hat bereits 2002 mit dieser Kampagne begonnen. Dort erfährt man auch mehr über die Geschichte vom Christkind und dem Weihnachtsmann.

Im Schnelldurchlauf geht die bemerkenswerte Geschichte in etwa so: Martin Luther hat das Christkind erfunden, aber vor gut hundert Jahren hat man im katholischen Kulturkreis das Christkind „adoptiert“, während die Protestanten tendenziell zum Weihnachtsmann ‚konvertierten‘.

Der Weihnachtsmann wiederum heißt im angelsächsischen Raum bekanntlich Santa Claus und steht damit eigentlich für den heiligen Nikolaus – bloß reist er mit seinem Säcklein an einem anderen Tag. Bevor die Katholiken das Christkind als Gabenbringer des Heiligabend übernahmen, war die Weihnachtsbescherung jahrhundertelang dem Nikolaus vorbehalten – am 5./6. Dezember.

Elektronik-Horror: Wo ist der Einschaltknopf?

Gestern im Mediamarkt, am Reklamationsschalter – ein Kunde beschwert sich:

“Ich habe bei Ihnen diesen Festplattenrekorder gekauft und wollte ihn an meinen Fernseher anschließen. Aber ich krieg das Gerät nicht an, ich finde einfach keinen Einschaltknopf. Das Ding ist absolut unbrauchbar…”

Und ich hatte schon die leise Hoffnung, dass mit dem Untergang der unsäglichen Videorecorder auch der Usability-Horror aus den Wohnzimmern verschwindet. Ich habe mich offenbar getäuscht – aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Gates’ Reformer: Ray Ozzie in der Computerwoche – und in Wired

"handpicked by Bill Gates": Ray Ozzie, damals Eine nette Koinzidenz: Gestern ist auf Computerwoche.de mein Interview mit dem Bill-Gates-Nachfolger (in der Rolle des Chief Software Architects) Ray Ozzie erschienen. Fast zeitgleich bringt Wired die aktuelle Ausgabe mit einer großen Titelgeschichte über den Microsoft-Erneuerer heraus.

Ein paar interessante Punkte am Rande: Ozzie ist nicht unumstritten, weil er sich offensichtlich dran macht, einige alte Microsoft-Prinzipien über Bord zu werfen. Bei folgender CW-Interview-Aussage etwa dürfte es einigen Traditionalisten im “Ökosystem” kalt den Buckel runter laufen:

Heutige Server-Umgebungen sind komplex, man muss sie konfigurieren und verwalten, das Personal dafür ist teuer. In einer Cloud-Umgebung brauchen sich Firmen nicht mehr mit Fragen zu beschäftigen, wie man etwa einen eigenen Hochleistungsrechner aufbaut, ein Netz installiert oder eine hoch skalierende Website entwickelt. Stattdessen laden sie einfach ihre Software, den Rest erledigt das Cloud-System.

Und so prognostizierte dann auch kürzlich ein Kollege und Kenner der Szene: “Ozzie wird Microsoft an die Wand fahren.” Der Kollege ist im übrigen der Meinung, dass Ozzie noch nie etwas richtig großes geleistet habe. Dem dürften selbst viele Notes-Feinde widersprechen.

Immerhin hat Ozzie mit seinem Reformkurs den Segen von ganz oben, wie Wired schreibt:

A Microsoft outsider, the new chief software architect was handpicked by Bill Gates to retool the Windows giant for the 21at century. Gates calls Ray Ozzie „one of the top five programmers in the universe.”

Mozillas schmutziges “Geheimnis” – und warum Google Firefox killen wird

Einen recht interessanten Beitrag hat Joe Wilcox im “Microsoft Watch”-Blog veröffentlicht:Warum Firefox Chrome nicht überleben wird”.

Er geht darin hart mit der “verdeckten” Finanzierung der Mozilla-Foundation ins Gericht und bezieht sich dabei auf eine Meldung, wonach 88 Prozent der Mozilla-Einnahmen von Google kämen. Firefox sei demnach nicht jenes unabhängige und uneigennützige Open-Source-Projekt, für das es gemeinhin gehalten wird, sondern stattdessen eine von Google gesteuerte Marionette.

Nachdem  Google nun mit Chrome einen eigenen Browser ins Rennen schickt, geht Wilcox davon aus, dass Google allmählich auch sein Engagement bei Mozilla herunterfahren und ihnen damit “die Luft zum Atmen nehmen werde.”

Wo kauft die GEZ eigentlich ihre Fahndungsdaten?

Von der Telekom? 😉 Meine Frau jedenfalls wurde gerade wieder von der GEZ aufgefordert, endlich Angaben zu Empfangsgeräten zu machen, andernfalls könne sie mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro belegt werden (Der übliche dritte “Droh”-Brief).

Das interessante daran: Ich bin sowohl privat als auch geschäftlich ein ordentlich gemeldeter Kunde der Gebühreneintreiber-Einzugszentrale. Es hätte also ein einfacher Datenabgleich genügt, um festzustellen, dass wir unter der angeschriebenen Adresse bereits als Familie für das ARD- und ZDF-Abo bezahlen.

Für mich sieht es ganz danach aus, als beschaffe sich die GEZ für die Fahndung nach Schwarzsehern Adreßdaten aus irgendwelchen Quellen und macht sich nicht einmal die Mühe, diese mit der internen Kundendatenbank abzugleichen. Vielleicht sollten sich die öffentlich-rechtlichen Sender (und die das alles verantwortenden Politiker) mal überlegen, ob es nicht eine sauberere Finanzierungsalternative gäbe zu dieser mit dubiosen Mitteln arbeitenden und zweifelhaft legitimierten Inkasso-Organisation GEZ.

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