(un)zeitgemäße betrachtungen

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berichtenswertes aus mikro- & makrokosmos | das persönliche blog von wolfgang miedl

Google Streetview: Echte Gesichter filtern, nicht Graffitis!

gta_LA

Google versucht, per Software die Gesichter abgelichteter Personen in Streetview unkenntlich machen, um deren Privatsphäre zu schützen. Da das nicht immer zuverlässig klappt, geht nun der oberste Schweizer Datenschützer gerichtlich gegen Google vor. An anderer Stelle hingegen scheint die Software übers Ziel hinauszuschießen. So etwa bei diesen meterhohen Plakaten an den Südfassaden des Figueroa-Hotels in Los Angeles, die für das Spiel Grand Theft Auto (GTA) werben.

Aktuell prangen an der selben Stelle in der S Figueroa St übrigens neue – GTA – Motive. Siehe unten…

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Gute Blog-Inhalte vs. Suchmaschinenoptimierung

Wie wahr: Vergesst den ganzen SEO-Hype, es sind mehr denn je die guten Inhalte, auf die es ankommt, schreibt Dawn Foster im Web Worker Daily (via notizen aus der provinz):

If you don’t have great content, SEO is not going to be very useful for you. You might be able to do some SEO trickery to get people to your web site, but if they aren’t impressed by the content when they arrive, they won’t stick around long enough to have any impact.

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen auf diesem Blog: Hier landet einiger Google-Traffic über Suchbegriffe, die sich zwar (zufälligerweise) als guter Google-Köder erwiesen haben, aber kaum Bezug zum typischen Inhalt hier haben. Und was passiert? Die Absprungrate auf den Zielseiten geht bei solchen Suchbegriffen stets in Richtung 100 Prozent. Das heißt: Der Suchende wurde zwar von Google schnell hierher vermittelt, hat dann aber sofort gesehen, dass diese Site nicht seinen Erwartungen entspricht und ist sofort wieder weggezappt.

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Der Machtkampf um die vierte Gewalt im Staat fängt erst an

Hubert Burda hat in der FAZ schwere Geschütze aufgefahren: Google enteigne die Verlage, und die Online-Medien ruinierten die Geschäftsgrundlage der Medienindustrie. Deshalb forderte er unter anderem eine stattliche Kontrolle von Google, Zwangsabgaben  des Suchmaschinenbetreibers an die Verlage sowie staatliche Subventionen zum Erhalt der Medienindustrie . Damit hat er im Web eine hitzige Debatte entfacht. Ein interessantes Resümee dazu hat Anja Seeliger auf Perlentaucher verfasst:

In eigener Sache haben die einstigen Kontrolleure von Parlament, Verwaltung und Rechtsprechung ihren Anspruch aufgegeben, vierte Gewalt zu sein. Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz.

Ebenfalls interessant auch ihre Zusammenfassung der bisher vorgebrachten Forderungen der Verleger, mit denen der Staat das Internet unter seine Kontrolle bringen soll. Der Forderungskatalog der Verlage umfasst inzwischen:

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‘googeln’ ist deutsch und Googler sind Gaukler

Schon gewusst? ‘googeln’ ist ein urdeutsches Wort! Seinen Ursprung hat es im mittelhochdeutschen Verb ‘gougeln’, was ‘gaukeln’  bedeutete. Sogar ein passendes Hauptwort gibt es dazu: Im Mittelalter bezeichnete man mit ‘gougelaere’ den Gaukler. Demnach könnte man also fast sagen, dass, wer heute googelt, ein ‘Googler’ – also ein Gaukler – ist. Oder? (Gefunden im “Etymologischen Wörterbuch der dt. Sprache”, dem “Kluge”;-)

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Mozillas schmutziges “Geheimnis” – und warum Google Firefox killen wird

Einen recht interessanten Beitrag hat Joe Wilcox im “Microsoft Watch”-Blog veröffentlicht:Warum Firefox Chrome nicht überleben wird”.

Er geht darin hart mit der “verdeckten” Finanzierung der Mozilla-Foundation ins Gericht und bezieht sich dabei auf eine Meldung, wonach 88 Prozent der Mozilla-Einnahmen von Google kämen. Firefox sei demnach nicht jenes unabhängige und uneigennützige Open-Source-Projekt, für das es gemeinhin gehalten wird, sondern stattdessen eine von Google gesteuerte Marionette.

Nachdem  Google nun mit Chrome einen eigenen Browser ins Rennen schickt, geht Wilcox davon aus, dass Google allmählich auch sein Engagement bei Mozilla herunterfahren und ihnen damit “die Luft zum Atmen nehmen werde.”

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Der Browser soll also wieder mal das Betriebssystem ablösen…

… orakelt Joseph Reger, Chief Technology Officer von Fujitsu Siemens Computers, und gleich macht die Meldung die große Runde. Kommt mir irgendwie bekannt vor, denke ich, gebe den Satz in den Google-Schlitz ein, und was kommt heraus? Ein Computerwoche-Artikel von 1995, in dem Larry Ellison (der vom Oracle ;-) schon mit einer ähnlichen Prophezeiung zitiert wurde. Damals hießen die Visionen noch Powerbrowser und Network Computer – übriggeblieben ist davon gar nichts.

Außer natürlich jener Verheißung vom schlanken Web auf minimalistischer Hardware, die bis heute eine Faszination ausübt. Leider sieht die Realität aber ganz anders aus: Das Web ist zu einem Ajax-Flash-Codemonster verkommen, das noch mehr PC-Ressourcen frisst als Windows Vista. Ich kann ein Lied davon singen: Noch bis vor zwei Jahren reichte mir mein Dell X200-Subnotebook (Bj. 02, Pentium Mobile ULV 800 Mhz., Windows XP), um von Office bis Web mit allen Alltagsanwendungen flüssig zu arbeiten. Allmählich wird das Gerät jedoch zunehmend unbrauchbar, weil es auf vielen Webseiten mit 100 Prozent Prozessorauslastung die Grätsche macht. Auf die von Herrn Reger versprochenen schlanken, schnellen Systeme, die nur mit Browser auskommen, bin ich wirklich gespannt. Ich tippe mal, dass da unter einer Quad-Core-CPU nichts laufen wird.

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Anonymisiert Google wirklich die User-Daten?

Nachdem nicht zuletzt Max im Kommentar die Frage aufgeworfen hat, welche Daten Google denn überhaupt speichere, erscheint mir dieser Cnet-Beitrag von Chris Soghoian recht erhellend. Soghoian bezichtigt das Suchmaschinenunternehmen der Propaganda und legt detailliert dar, welche User-Daten Google erfasst und wie sie jetzt und im Sinne der Ankündigung zukünftig damit umgehen werden:

When a user conducts a search using Google’s search engine, the company stores three main types of information in a log file: the user’s IP address (which is a unique network address given to her computer by her Internet service provider), the words that she searched for, and her cookie identifier (a unique value given to every Web-browser that visits a Google Web-property).

The simple truth is that any IP anonymization technique, no matter how strong or weak, is simply a waste of time, if cookie values are not also anonymized.

Sein Fazit:

Google’s new anonymization policy is totally worthless, and the company deserves to be called out for its deception.

[Via Basic Thinking]

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Fast hätte Endemann Google gekauft …

suchmaschinen_1999 Zehn Jahre Google ist wahrlich ein guter Anlass, um mal den ein oder anderen Blick zurück in die wilden Jahre des Internet zu werfen und ein paar Erinnerungsstücke herauszukramen. Zusätzlich angespornt fühle ich mich angesichts der Legendenbildung, die gerade von einigen Medien betrieben wird. So schreibt etwa die FAZ:

Ohne Google sind Informationen wenig wert, weil sie – ganz simpel – nicht gefunden werden. Und was nicht gefunden wird, existiert nicht. … Auf die Frage, wo sich die Menschen näher über ein Thema informieren, antworten heute 51 Prozent der Deutschen „im Internet“. 1999, als es Google in Deutschland noch nicht gab, waren es 9 Prozent.

Das ist natürlich ein Unsinn, der wohl dem Drang nach einer Pointe entsprang. Denn schon ab 1995, als wir längst mit den ersten selbstgestrickten Homepages online waren, tauchten mit Yahoo, Altavista und Lycos (Links aus dem Web-Archive von 1999/2000) die ersten Suchdienste auf und machten es möglich, die im weltweiten Netz verstreuten und zunächst verlorenen Informationsinseln zu finden. Und sie machten diesen Job damals nicht schlecht. Zumindest aus der Perspektive von 1994, als das Web noch einem schwarzen Loch glich, in dem man viel spannendes vermutete, aber nichts sehen konnte und daher jede URL, die man zu fassen kriegte, verlinkte. Was kaum mehr jemand weiß: Man war damals wirklich auf Tipps und das Buschtrommelprinzip angewiesen

Das primäre Problem der damaligen Suchmaschinen war ganz klar das fehlende Geschäftsmodell. Niemand wusste, wie man die explodierende Zahl von Suchanfragen in bare Münze verwandeln konnte. Deshalb penetrierte man die User mit immer mehr Bannerwerbung und überfrachteten E-Commerce Portalen, auf denen der Suchschlitz zur eher störenden Nebensache geriet. Es sollte schließlich geklickt und gekauft werden

So gesehen war Google mit der Reduktion auf das Wesentlich erst einmal eine Befreiung von den Krebsgeschwüren des Dotcom-Booms. Und natürlich kamen dazu massive technische Weiterentwicklungen der Suche mit neuen Kriterien wie Relevanz.

Ein großer und ein aufgeblasener Deutscher

Interessante Rollen haben in den Jahren des Goldrauschs übrigens zwei Deutsche gespielt. Über den einen schreibt der FAZ-Autor recht schön:

Als Erster erkennt ein Deutscher, was hier abgeht: Andreas von Bechtolsheim, der Gründer von Sun Microsystems, kommt damals eigens mit seinem Porsche angefahren, um Page und Brin den Scheck über 100 000 Dollar zu überbringen.

Auch der Werbefuzzi Ingo Endemann aus Neuss hatte wohl so eine Ahnung vom Internet-Geschäft der Zukunft. Von Deutschland aus wollte er die Suchmaschinenwelt beglücken und 1999 gelang ihm ein selbst für damalige Verhältnisse unvorstellbarer Raketenstart an der Börse:

Beim Börsengang im März 1999 hatte der Vorstandsvorsitzende Ingo Endemann seine Aktionäre mit einem Zeichnungsgewinn von 360 Prozent beglückt. Die Internet-Aktien wurden zu umgerechnet 23 Euro ausgegeben und kletterten am ersten Börsentag auf 106 Euro. Bei 12 Millionen Aktien erreichte die damals noch profitable Werbeagentur mit 30 Mitarbeitern am ersten Börsentag einen Wert von gut 1,2 Milliarden Euro.

Wer weiß, hätte Endemann die selben Visionen gehabt wie Bechtolsheim und noch ein paar jener Risikokapitalgeber, die damals jede lachhafte Internetidee finanzierten – vielleicht wäre dann Google zu kaufen gewesen… Endemann (Bekannteste Marke Abacho.de) nervte damals übrigens die Redaktionen mit seiner penetranten PR. Cirka ein bis zweimal die Woche verschickte er eine Pressemitteilung – immer nach dem selben Muster: “Endemann eröffnet Suchmaschine für Kinder”, “Endemann gründet Suchmaschine für Senioren”, “Endemann mit größter linksrheinischer Suchmaschine” und so weiter.

Endemann war eine Suchmaschinen-Plage, die sich mit dem Dotcom-Crash zum Glück von selbst erledigt hat. Und Google hat bewiesen, dass man mit Kreativität und Substanz auf lange Sicht Erfolg haben wird.

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Argumentationsakrobaten gesucht

Auf der einen Seite Google hochjubeln und andererseits zur Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung aufrufen (Motto: “Gegen die totale Protokollierung von Telefon, Handy, E-Mail und Internet”). Wie geht das zusammen? Seinen kritisch fragenden Kommentatoren wollte oder konnte der Spreeblick das bisher jedenfalls nicht erklären.

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Google polarisiert

Netter Flamewar zwischen Robert Basic und Spreeblick: Letztere beklagen sich über die Stammtischparolen gegen den Datenkraken Google, und darüber, dass sich auch Robert mit seiner Kritik an Google Chrome daran beteilige. Ein schönes Stück darüber (inklusive der Kommentare), wie sich die Rolle von Google gerade rasant verändert – vom einstigen Liebling zu einem polarisierenden Unternehmen, dem ein zunehmend scharfer Wind ins Gesicht bläst. Vor allem aus der bisher überwiegend Google-freundlichen Blog-Szene.

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