(un)zeitgemäße betrachtungen

Icon

berichtenswertes aus mikro- & makrokosmos | das persönliche blog von wolfgang miedl

Wo kauft die GEZ eigentlich ihre Fahndungsdaten?

Von der Telekom? ;-) Meine Frau jedenfalls wurde gerade wieder von der GEZ aufgefordert, endlich Angaben zu Empfangsgeräten zu machen, andernfalls könne sie mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro belegt werden (Der übliche dritte “Droh”-Brief).

Das interessante daran: Ich bin sowohl privat als auch geschäftlich ein ordentlich gemeldeter Kunde der Gebühreneintreiber-Einzugszentrale. Es hätte also ein einfacher Datenabgleich genügt, um festzustellen, dass wir unter der angeschriebenen Adresse bereits als Familie für das ARD- und ZDF-Abo bezahlen.

Für mich sieht es ganz danach aus, als beschaffe sich die GEZ für die Fahndung nach Schwarzsehern Adreßdaten aus irgendwelchen Quellen und macht sich nicht einmal die Mühe, diese mit der internen Kundendatenbank abzugleichen. Vielleicht sollten sich die öffentlich-rechtlichen Sender (und die das alles verantwortenden Politiker) mal überlegen, ob es nicht eine sauberere Finanzierungsalternative gäbe zu dieser mit dubiosen Mitteln arbeitenden und zweifelhaft legitimierten Inkasso-Organisation GEZ.

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Anonymisiert Google wirklich die User-Daten?

Nachdem nicht zuletzt Max im Kommentar die Frage aufgeworfen hat, welche Daten Google denn überhaupt speichere, erscheint mir dieser Cnet-Beitrag von Chris Soghoian recht erhellend. Soghoian bezichtigt das Suchmaschinenunternehmen der Propaganda und legt detailliert dar, welche User-Daten Google erfasst und wie sie jetzt und im Sinne der Ankündigung zukünftig damit umgehen werden:

When a user conducts a search using Google’s search engine, the company stores three main types of information in a log file: the user’s IP address (which is a unique network address given to her computer by her Internet service provider), the words that she searched for, and her cookie identifier (a unique value given to every Web-browser that visits a Google Web-property).

The simple truth is that any IP anonymization technique, no matter how strong or weak, is simply a waste of time, if cookie values are not also anonymized.

Sein Fazit:

Google’s new anonymization policy is totally worthless, and the company deserves to be called out for its deception.

[Via Basic Thinking]

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Argumentationsakrobaten gesucht

Auf der einen Seite Google hochjubeln und andererseits zur Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung aufrufen (Motto: “Gegen die totale Protokollierung von Telefon, Handy, E-Mail und Internet”). Wie geht das zusammen? Seinen kritisch fragenden Kommentatoren wollte oder konnte der Spreeblick das bisher jedenfalls nicht erklären.

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Will mich Google Chrome belehren? Oder warum sonst serviert er mir die alte Microsoft-Spionage-Klamotte?

googlechrome_heise

Beim Testen von Google Chrome bin ich gerade auf ein sehr sonderbares Verhalten gestoßen: Während ich in der intelligenten Adresszeile "heise.de” eingebe, erscheint in der heruntergeklappten Vorschlagsliste (Google-Suggest-Dienst) nicht etwa der Link auf die Heise-Startseite, sondern ein tief in das Telepolis-Archiv zeigender Verweis auf einen neun Jahre alten Artikel. Thema: Wie die NSA eine Hintertür in Windows einbaute. Ein Zufall ist das ja wohl nicht. Eher schon ein – in meinen Augen peinliches – Ablenkungsmanöver nach dem Motto: “Schaut her, die eigentlichen Datenspione sitzen in Redmond.” Sind das erste Anzeichen von Nervosität angesichts der lauter werdenden Kritik an Googles Datensammelwut? Zumindest wirkt es immer etwas uncool und verkrampft, wenn sich der Ertappte mit Verfehlungen anderer zu entschuldigen versucht.

Auf einem anderen Testsystem konnte ich dieses Verhalten übrigens nicht reproduzieren, aber der Vorschlag muss von Google kommen, denn dieser Beitrag war mir bisher unbekannt und kann sich daher auf keinen Fall in irgendeinem Cache befunden haben.

Die interessante Frage ist nun, ob Google diesen Vorschlag gezielt mir persönlich präsentiert, weil ich womöglich in deren System mit Tags wie “Google-Kritiker” oder “Datenschützer” belegt bin? Vielleicht hat ja noch jemand ähnliche Beobachtungen machen können.

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Google weiß auch ohne Browser-Seriennummer schon sehr viel

Nachdem Google mit der Seriennummer im neuen Browser Chrome auf recht aggressive Art die totale Überwachbarkeit des Internet-Nutzers vorantreibt, habe ich mal wieder in mein Gmail-Postfach reingeschaut, um nachzusehen, was die eigentlich schon alles von mir wissen. Und dabei ist mir aufgefallen, daß dort in der Mail-Datenbank auch jede Chat-Sitzung mit Google-Talk gespeichert wird. Das sollte jeder wissen, der dieses Tool benutzt. Klar, kann man in den Optionen des Programms deaktivieren. Aber wie bei Google üblich steht die Default-Einstellung erst einmal auf “Gib uns alles, was Du hast”.

google talk

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

DJV-Präsi warnt vor zu viel Meinungsfreiheit

Es gibt da diesen alten, sarkastischen Witz, wonach Meinungsfreiheit die Freiheit einer Handvoll Verleger sei, ihre Meinung in den großen Zeitungen zu publizieren. Mit einem gewissen Faible für Verschwörungstheorien könnte man dem noch hinzufügen, dass eigentlich auch Journalisten ein exklusives Recht auf Meinungsfreiheit für sich beanspruchen, indem sie ihren Beruf im Bewusstsein eines "Gatekeepers" ausüben. Tatsächlich lernt man nämlich im Studium der Kommunikationswissenschaften oder an Journalistenakademien genau das – dass Journalisten eine verantwortungsvolle Aufgabe als Gatekeeper innehaben, die sie quasi als Türsteher für Meinungen qualifiziert: Der Journalist entscheidet darüber, welche Nachrichten und Meinungen an die Öffentlichkeit gelangen, und was draußen zu bleiben hat.

Alles recht weit hergeholt, werden jetzt viele sagen – außer sie haben, wie Thomas Knüwer vom Handelsblatt, die aktuelle Ausgabe der Journalistenverbandszeitung "Journalist" gelesen. Darin polemisiert der DJV-Vorstand Michael Konken nämlich wieder einmal gegen Blogger, und lässt sich dabei zu einer bemerkenswerten Äußerung hinreißen:

"Betätigen sich Journalisten in Blogs oder Foren und öffnen der freien, oft anonymen Meinungsäußerung Tür und Tor, dann haben sie eine besondere Verantwortung."

was Thomas Knüwer etwas leichter verständlich auf den Punkt bringt:

"Betätigen sich Journalisten in Blogs und öffnen der freien Meinungsäußerung Tür und Tor, haben sie eine besondere Verantwortung."

Und dann schreibt Konken auch noch:

"[Einige Journalisten] fühlen sich fälschlicherweise als Gründer eines neuen Journalismus, der keine Grenzen kennt. Eine Meinungsanarchie, die mit Journalismus nichts zu tun hat."

Wer der freien Meinungsäußerung Tür und Tor öffnet, ist also ein Meinungsanarchist, Herr Konken? Als DJV-Mitglied finde ich solche Äusserungen schon arg befremdlich. Mir ist nämlich neu, dass das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Meinungsäußerung einer Berufsgruppe vorbehalten ist. Woher die Gatekeeper überhaupt jene Legitimation zur Meinungskontrolle beziehen, kann mir ja vielleicht einmal ein Kommunikationswissenschaftler erklären. Politiker und Regierungen in diesem Land sind jedenfalls vom Volk legitimiert. Aber zum Glück gibt es ja jetzt das Internet.

[Nachtrag: Wolfgang Müller vom CIO-Weblog hat das Thema schon eher entdeckt und fragt sich: "Woher nimmt sich Herr Konken das Recht, bloggenden Journalisten Vorschriften über ihre Arbeitsweise zu machen?"]

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Die Doppelmoral unserer internetfeindlichen Leitmedien

Gerade lief im Radio ein Spot der Süddeutschen, in dem sie sich – mit Hinweis auf die Siemens-Korruptionsenthüllungen – in großen Tönen als die Hüterin der demokratischen Kultur in Deutschland feiert. Wer sich auf diese Weise zum Kampagnenjournalismus um der Guten Sache Willen bekennt und als nationale moralische Instanz verstanden werden möchte, von dem sollte man dann eigentlich auch erwarten können, dass er diese Maßstäbe konsequent auch auf sich anwendet. Mit eben dieser Konsequenz aber ist es bei SZ und Co. offenbar nicht so weit her, wenn man noch einmal die Geschehnisse der letzten Tage rund um die Anti-Internet-Polemiken in der SZ und der FAZ Revue passieren lässt.

Weiterlesen »

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Verfall der Privatsphäre – ja und?

Der Verfall der Privatsphäre durch das Internet sei eine gefährliche Entwicklung, und unüberlegter Exhibitionismus im Web könne schädlich für die berufliche Karriere sein – sagen die einen.

“Na und, das sind nun mal die üblichen Begleiterscheinungen, wenn sich was Neues durchsetzt”, entgegnet Stefan Münz den “Mainstream-Kritikern”.

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Die GEZ nimmt’s ganz genau

Es geht wieder um die Meinungsfreiheit, bzw. die Verteidigung derselben, darum sei hier folgendes abgeschrieben:

GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-gebührenfrei, GEZ-Rundfunkgebühr, PC-”Wegelagerei-Gebühr” der GEZ, GEZ-Gebührenfahnder, GEZ-Fahnder, GEZ-Zwangsanmeldung, GEZ-Anmeldung, GEZ-Abmeldung, GEZ-Anschreiben, GEZ-Brief, GEZ-Briefserien, GEZ-Gebührenbescheid,GEZ-Widerspruchsbescheid,GEZ-Antwortbogen, GEZ-Fälle, GEZ-Verweigerer, GEZ-Kaspar-Hausers, GEZ-Realitätsferne, GEZ-Grundgesetzverneiner, GEZ-Meinungsfreiheitsbekämpfer, GEZ-Regime, Geldeintreiber der öffentlich-rechtlich subventionierten Privatsender, Medienstalinisten von der GEZ.

Mal schaun, ob eine Abmahnung kommt, wie sie akademie.de erhalten hat.

Übrigens hat mir vor Jahren mal ein GEZ-Gebühreneintreiber erzählt, dass es für die GEZ No-Go-Areas gibt, in denen man wegen einer eventuell renitenten bis schwierigen Klientel auf die “beliebten” Hausbesuche verzichte. Auch eine Möglichkeit, sich die Gebühren zu sparen.

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Wikipedia-Scanner: Was Scientology, Wal-Mart, CIA und andere so reinschreiben

Während die Wikipedia von manchen Idealisten als die Einlösung kollektivistischer Träume betrachtet wird, haben viele andere die Macht des darin gespeicherten Wortes längst erkannt und füttern die Wikipedia gezielt mit eigenen Informationen. Nun liegt es meines Erachtens durchaus in der Natur der Sache, dass eine offene Enzyklopädie mit interessengeleiteten Inhalten gefüllt wird, (hier habe ich schon mal über PR-induzierte Texte in der Wikipedia geschrieben). Als problematisch betrache ich allerdings den Umstand, dass besonders bei weltanschaulich oder kommerziell relevanten Themen nicht nachvollziehbar ist, von welcher Seite die jeweiligen Informationen oder Modifikationen stammen.

Mit Herkunft-verschleiernden Korrekturen oder Manipulationen der Wikipedia könnte nun aber Schluss sein:

Weiterlesen »

VN:F [1.8.0_1031]
Rating: 0 (from 0 votes)

Gedolmetscht (Translator)

German flagChinese (Simplified) flagEnglish flagSpanish flagJapanese flag
  • Gestreut: Meine Web-Filialen

    Redaktions- & Medienagentur:
    http://redaktion-miedl.de
    Quick&Dirty-Gebloggtes:
    http://wmiedl.posterous.com
    Sui - unser goldiger "Black Retriever":
    http://sui.miedl.net
    Fotos auf Flickr: http://www.flickr.com/photos/wmiedl

    Geschützt

    Creative Commons License
    miedl.net von Wolfgang Miedl ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. Vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen sind mit Namensnennung erlaubt. Keine Bearbeitung, keine kommerzielle Nutzung.
    Improve the web with Nofollow Reciprocity.
    Theme Tweaker by Unreal