(un)zeitgemäße betrachtungen

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berichtenswertes aus mikro- & makrokosmos | das persönliche blog von wolfgang miedl

Gute Blog-Inhalte vs. Suchmaschinenoptimierung

Wie wahr: Vergesst den ganzen SEO-Hype, es sind mehr denn je die guten Inhalte, auf die es ankommt, schreibt Dawn Foster im Web Worker Daily (via notizen aus der provinz):

If you don’t have great content, SEO is not going to be very useful for you. You might be able to do some SEO trickery to get people to your web site, but if they aren’t impressed by the content when they arrive, they won’t stick around long enough to have any impact.

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen auf diesem Blog: Hier landet einiger Google-Traffic über Suchbegriffe, die sich zwar (zufälligerweise) als guter Google-Köder erwiesen haben, aber kaum Bezug zum typischen Inhalt hier haben. Und was passiert? Die Absprungrate auf den Zielseiten geht bei solchen Suchbegriffen stets in Richtung 100 Prozent. Das heißt: Der Suchende wurde zwar von Google schnell hierher vermittelt, hat dann aber sofort gesehen, dass diese Site nicht seinen Erwartungen entspricht und ist sofort wieder weggezappt.

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Yahoo – das veraltete Denken der Webkatalogisierer

Jeff Jarvis schreibt in seiner aktuellen Guardian-Kolumne, dass er das Yahoo-Konzept immer schon für grundfalsch hielt:

After all, 15 years ago, it was Yahoo that first organised the web for us. Its original ambition seems quaintly naive today: human editors cataloguing every site worth visiting and deciding which were the hot ones we should visit. … Yahoo never quite broke out of that thinking. It still treats its site as a destination we have to go to with walls around it to keep us in.

Auch mir sind nach dem Microsoft-Yahoo-Deal Erinnerungen an das Yahoo der 90er hochgekommen. Die Idee eines redaktionell betreuten Webverzeichnisses erschien im Jahr 1994 tatsächlich plausibel, denn schließlich glich das Web in der ersten Boomphase einem schwarzen Loch: Bis dahin stellte man seine Homepages ins Nichts und hoffte, über irgendwelche Linklisten oder anderweitige Empfehlungen gefunden zu werden. Schnell war jedoch klar, dass angesichts des explosiven Wachstums der von Yahoo postulierte Anspruch eines manuell organisiertes Webverzeichnisses völlig absurd war. Seit Erscheinen der ersten richtigen Suchmaschinen wie Altavista habe ich Yahoo deshalb links liegengelassen. Als um 2000 rum ein Freund überlegte, bei Yahoo anzuheuern, hab ich mich gewundert, was er bei einer Firma ohne schlüssigem Produktkonzept zu suchen hätte. Er entschied sich schließlich für eine bessere Offerte. Was hat eigentlich Yahoo in den letzten zehn Jahren gemacht? Ich habe keinen Schimmer – wohl irgendwas mit Medien Werbung…

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Der Machtkampf um die vierte Gewalt im Staat fängt erst an

Hubert Burda hat in der FAZ schwere Geschütze aufgefahren: Google enteigne die Verlage, und die Online-Medien ruinierten die Geschäftsgrundlage der Medienindustrie. Deshalb forderte er unter anderem eine stattliche Kontrolle von Google, Zwangsabgaben  des Suchmaschinenbetreibers an die Verlage sowie staatliche Subventionen zum Erhalt der Medienindustrie . Damit hat er im Web eine hitzige Debatte entfacht. Ein interessantes Resümee dazu hat Anja Seeliger auf Perlentaucher verfasst:

In eigener Sache haben die einstigen Kontrolleure von Parlament, Verwaltung und Rechtsprechung ihren Anspruch aufgegeben, vierte Gewalt zu sein. Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz.

Ebenfalls interessant auch ihre Zusammenfassung der bisher vorgebrachten Forderungen der Verleger, mit denen der Staat das Internet unter seine Kontrolle bringen soll. Der Forderungskatalog der Verlage umfasst inzwischen:

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Anonymisiert Google wirklich die User-Daten?

Nachdem nicht zuletzt Max im Kommentar die Frage aufgeworfen hat, welche Daten Google denn überhaupt speichere, erscheint mir dieser Cnet-Beitrag von Chris Soghoian recht erhellend. Soghoian bezichtigt das Suchmaschinenunternehmen der Propaganda und legt detailliert dar, welche User-Daten Google erfasst und wie sie jetzt und im Sinne der Ankündigung zukünftig damit umgehen werden:

When a user conducts a search using Google’s search engine, the company stores three main types of information in a log file: the user’s IP address (which is a unique network address given to her computer by her Internet service provider), the words that she searched for, and her cookie identifier (a unique value given to every Web-browser that visits a Google Web-property).

The simple truth is that any IP anonymization technique, no matter how strong or weak, is simply a waste of time, if cookie values are not also anonymized.

Sein Fazit:

Google’s new anonymization policy is totally worthless, and the company deserves to be called out for its deception.

[Via Basic Thinking]

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Fast hätte Endemann Google gekauft …

suchmaschinen_1999 Zehn Jahre Google ist wahrlich ein guter Anlass, um mal den ein oder anderen Blick zurück in die wilden Jahre des Internet zu werfen und ein paar Erinnerungsstücke herauszukramen. Zusätzlich angespornt fühle ich mich angesichts der Legendenbildung, die gerade von einigen Medien betrieben wird. So schreibt etwa die FAZ:

Ohne Google sind Informationen wenig wert, weil sie – ganz simpel – nicht gefunden werden. Und was nicht gefunden wird, existiert nicht. … Auf die Frage, wo sich die Menschen näher über ein Thema informieren, antworten heute 51 Prozent der Deutschen „im Internet“. 1999, als es Google in Deutschland noch nicht gab, waren es 9 Prozent.

Das ist natürlich ein Unsinn, der wohl dem Drang nach einer Pointe entsprang. Denn schon ab 1995, als wir längst mit den ersten selbstgestrickten Homepages online waren, tauchten mit Yahoo, Altavista und Lycos (Links aus dem Web-Archive von 1999/2000) die ersten Suchdienste auf und machten es möglich, die im weltweiten Netz verstreuten und zunächst verlorenen Informationsinseln zu finden. Und sie machten diesen Job damals nicht schlecht. Zumindest aus der Perspektive von 1994, als das Web noch einem schwarzen Loch glich, in dem man viel spannendes vermutete, aber nichts sehen konnte und daher jede URL, die man zu fassen kriegte, verlinkte. Was kaum mehr jemand weiß: Man war damals wirklich auf Tipps und das Buschtrommelprinzip angewiesen

Das primäre Problem der damaligen Suchmaschinen war ganz klar das fehlende Geschäftsmodell. Niemand wusste, wie man die explodierende Zahl von Suchanfragen in bare Münze verwandeln konnte. Deshalb penetrierte man die User mit immer mehr Bannerwerbung und überfrachteten E-Commerce Portalen, auf denen der Suchschlitz zur eher störenden Nebensache geriet. Es sollte schließlich geklickt und gekauft werden

So gesehen war Google mit der Reduktion auf das Wesentlich erst einmal eine Befreiung von den Krebsgeschwüren des Dotcom-Booms. Und natürlich kamen dazu massive technische Weiterentwicklungen der Suche mit neuen Kriterien wie Relevanz.

Ein großer und ein aufgeblasener Deutscher

Interessante Rollen haben in den Jahren des Goldrauschs übrigens zwei Deutsche gespielt. Über den einen schreibt der FAZ-Autor recht schön:

Als Erster erkennt ein Deutscher, was hier abgeht: Andreas von Bechtolsheim, der Gründer von Sun Microsystems, kommt damals eigens mit seinem Porsche angefahren, um Page und Brin den Scheck über 100 000 Dollar zu überbringen.

Auch der Werbefuzzi Ingo Endemann aus Neuss hatte wohl so eine Ahnung vom Internet-Geschäft der Zukunft. Von Deutschland aus wollte er die Suchmaschinenwelt beglücken und 1999 gelang ihm ein selbst für damalige Verhältnisse unvorstellbarer Raketenstart an der Börse:

Beim Börsengang im März 1999 hatte der Vorstandsvorsitzende Ingo Endemann seine Aktionäre mit einem Zeichnungsgewinn von 360 Prozent beglückt. Die Internet-Aktien wurden zu umgerechnet 23 Euro ausgegeben und kletterten am ersten Börsentag auf 106 Euro. Bei 12 Millionen Aktien erreichte die damals noch profitable Werbeagentur mit 30 Mitarbeitern am ersten Börsentag einen Wert von gut 1,2 Milliarden Euro.

Wer weiß, hätte Endemann die selben Visionen gehabt wie Bechtolsheim und noch ein paar jener Risikokapitalgeber, die damals jede lachhafte Internetidee finanzierten – vielleicht wäre dann Google zu kaufen gewesen… Endemann (Bekannteste Marke Abacho.de) nervte damals übrigens die Redaktionen mit seiner penetranten PR. Cirka ein bis zweimal die Woche verschickte er eine Pressemitteilung – immer nach dem selben Muster: “Endemann eröffnet Suchmaschine für Kinder”, “Endemann gründet Suchmaschine für Senioren”, “Endemann mit größter linksrheinischer Suchmaschine” und so weiter.

Endemann war eine Suchmaschinen-Plage, die sich mit dem Dotcom-Crash zum Glück von selbst erledigt hat. Und Google hat bewiesen, dass man mit Kreativität und Substanz auf lange Sicht Erfolg haben wird.

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Citrix 1991: "Eine anachronistische Software"

Citrix-Terminalserver spielen heute in praktisch jedem großen Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Windows-Desktops und -Anwendungen. Manche Großbanken betreiben 1000 und mehr Citrix-Server und sorgen dafür, dass Citrix mittlerweile zu den großen (unbekannten) Softwareplayern mit Milliardenumsatz zählt. Nun habe ich ein nettes historisches Fundstück aufgegabelt. Jon Udell hat in Byte 1991 einen Testbericht über die das erste Produkt von Citrix – den Metaframe-Vorgänger Citrix Multiuser für OS/2 – veröffentlicht.

Darin schreibt er unter anderem:

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Wie man Print-Perlen im Online-Nirvana verjubelt

Und dann versteckt die Süddeutsche auch noch regelmäßig ihre Perlen in ihrem undurchschaubaren Online-Dickicht: Gustav Seibt hat in der Montagausgabe in seinem “Nachruf auf die Privatsphäre” (wie üblich) einige scharfsinnige Überlegungen zum allgemeinen Niedergang der Privatsphäre im Computerzeitalter angestellt (und dabei m.E. auch Denkanstöße wider einen vorschnellen Stasi-2.0-Aktivismus geliefert).

In den vergangenen Tagen habe ich mehrmals erfolglos versucht, diesen Beitrag in der Online-Ausgabe zu finden. Nun taucht der Artikel unter jetzt.de – jenem verkrampften Online-Reanimationsversuch der früheren Jugendmagazin-Beilage – doch noch auf. Was er da zu suchen hat, und warum er nicht – wenn es denn schon kein Online-Feuilleton gibt – in der “Kultur”-Rubrik zu finden ist, und warum man auf SZ-Online weder unter dem Begriff “Privatsphäre” zum Ziel kommt noch überhaupt jemals was mit der SZ-Suchmaschine findet – ich will es eigentlich nicht mehr wissen. Dieser Verlag, der zum Verkauf ansteht, von der Printkrise wie alle gebeutelt ist und Online trotzdem seit Jahren nur Halbherziges zustandebringt, steckt offenbar in einer sehr, sehr tiefen Sinnkrise.

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PR-Coup nach Google-Art – dann klappt’s auch mit der Zensur

Dass Googles Erfolg maßgeblich auf anhaltend raffinierten PR- und Marketingaktivitäten beruht, lässt sich an der aktuellen Kampagne gegen die Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations- und Internetverkehrs wieder einmal wunderbar besichtigen. Der Aufhänger ist geschickt gewählt, nachdem in letzter Zeit viel Negatives über die Datensammelwut von Google berichetet wurde. Nun geht das Unternehmen in die Gegenoffensive und greift dabei ein Thema auf, das in Deutschland kontrovers diskutiert wird und stilisiert sich dabei geschickt als Opfer innenpolitscher Sicherheitsmaßnahmen. Man droht mit nichts geringerem als der Schließung des populären E-Mail-Dienstes Gmail/Google, falls die Bundesregierung nicht von ihren “bösen” Absichten zur E-Mail-Überwachung lassen sollte.

So kann man Guerrilla-PR also auch aufziehen: Man nimmt die nicht zu vernachlässignede Masse der Gmail-Nutzer als Geiseln, droht der Regierung mit deren (E-Mail-)Liquidierung und konstruiert den Sachverhalt auf Anhieb so, dass sich die bedrohten User gleich auch noch mit der Sache der Geiselnehmer identifizieren.

Florian Rötzer hat aus diesem Anlass auf Telepolis mal wieder rekapituliert, welchen Dreck Google eigentlich so alles in Sachen Meinungsfreiheit und Datenschutz am Stecken hat und stellt dabei unter anderem fest, dass sich der Suchmaschinenkonzern nicht nur in China dem Regime andient, sondern auch in Deutschland fleißig zensiert.

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Online & Journalismus – ein Widerspruch?

Mit dem beginnenden Dotcom-Boom fingen vor 10 Jahren die ersten Verlage an, Websites aufzubauen. Gleichzeitig schossen auch die Multifunktionsportale wie Pilze aus dem Boden, die allesamt dasselbe Pottpurri aus Suchmaschine, E-Commerce und News rausknallten. Content sollte plötzlich King sein, weil man ja mit irgendetwas seine Seiten füllen musste. Bloß Geld durft der König keins kosten, weil es damals noch kein funktionierendes Geschäftsmodell für Online-Journalismus gab. Und so nahm die Unsitte mit den schnellen, kurzlebigen “News” seinen Lauf, bei denen  eigentlich nur jeder vom anderen abschmiert.

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Volle Blog-Kontrolle: Statistik-Tool für WordPress

Nachdem Robert Basic letztens das Statistik-Plugin “Stats” für WordPress erwähnt hatte, hab ich mir das ganze installiert und bin begeistert: Aus der Admin-Konsole gelangt man mit einem Klick auf die bei WordPress gehostete Auswertungsseite und erhält dort auf einen Blick alle wichtigen Statistikinfos für das eigene Blog: Seitenzugriffe, Suchmaschinen-Begriffe, über die der Besucher auf die Seite gelangt ist, Klicks der Besucher und Verweise von anderen Seiten (Referer). Das ganze ist Ruckzuck installiert, zusätzlich braucht man lediglich noch einen (kostenlosen) API-Key von WordPress – das ist eine Art persönlicher Schlüssel.

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