(un)zeitgemäße betrachtungen

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berichtenswertes aus mikro- & makrokosmos | das persönliche blog von wolfgang miedl

Steampunk Desktop

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So in etwa hätten PCs im Jahre 1920 ausgesehen.
[via Andreas Winterer]
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Laptopisierung – Manager buckeln am Arbeitsplatz

tmp517DInteressanter Beitrag über krankmachende Ergonomiefehler bei Computern auf Tecchannel.de. Mittlerweile schein das ein Massenproblem zu sein, das sich durch den Laptop-Trend noch verstärkt. So hat mir kürzlich ein Bekannter, der als Manager bei einem Dax-Konzern arbeitet, erzählt: “Bei uns wurden die meisten PCs durch Laptops ersetzt. Allerdings haben wir keinen Dockingstationen bekommen – wir können also weder externe Tastatur noch separaten Monitor verwenden. So sitze ich nun ständig gebückt vor dem dem kleinen Display und hacke meine Zahlen in Excel rein…”

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Sun – Aufstieg und Fall eines IT-Giganten in Bildern

Sun – in den 90ern war das Mythos pur. Der Name stand für Fortschritt durch IT, und ohne deren Server wäre der Internet-Boom nicht denkbar gewesen. Ein Uni-IT-Kollege von damals und Web-Afficionado der ersten Stunde legte sich Anfang der 90er für zuhause eine gebrauchte Sun-Workstation für 20.000 Mark zu – inklusive einer damals sündteueren Telekom-Standleitung. Er betrieb damit einen Webserver mit eigener Domain und bediente erste Web-Kunden per Remote-Access. Für uns PC-Frickler war das wie die bemannte Marsmisson – der unerreichbare Technologie-Olymp zu einer Zeit, als man sich mit Modem schon als Kulturrevolutionär fühlte und der Rest der Bevölkerung E-Mail noch für eine falsch geschriebene Topfbeschichtung hielt.

Der strahlende Glanz von einst ist längst verblasst und nun wird also der Datenbankpate Larry Ellison als Abwracker einen unrühmlichen Schlusstrich ziehen. Infoworld hat noch einmal in den Archiven gekramt und lässt die Geschichte des legendären, von Andreas von Bechtolsheim (nicht McNealy!, lt. Infoworld) gegründeten Unternehmens in Bildern Revue passieren.

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Neue Mini-Brennstoffzelle von SFC: Akkus ade, IT wird allmählich tragbar

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Wenn es für den Militärbereich entwickelt wurde, müsste das ja was taugen: Der deutsche Hersteller Smart Fuel Cell (SF) meldet gerade den Verkaufsstart der Mini-Brennstoffzelle Jenny, die mit Methanol betankt wird, gegenüber LiIonen-Akkus um 80 Prozent leichter sein soll und außerdem nicht mal warm wird (Hitze ist eines der typischen Probleme bei Brennstoffzellen.)

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Elektronik-Horror: Wo ist der Einschaltknopf?

Gestern im Mediamarkt, am Reklamationsschalter – ein Kunde beschwert sich:

“Ich habe bei Ihnen diesen Festplattenrekorder gekauft und wollte ihn an meinen Fernseher anschließen. Aber ich krieg das Gerät nicht an, ich finde einfach keinen Einschaltknopf. Das Ding ist absolut unbrauchbar…”

Und ich hatte schon die leise Hoffnung, dass mit dem Untergang der unsäglichen Videorecorder auch der Usability-Horror aus den Wohnzimmern verschwindet. Ich habe mich offenbar getäuscht – aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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Mozillas schmutziges “Geheimnis” – und warum Google Firefox killen wird

Einen recht interessanten Beitrag hat Joe Wilcox im “Microsoft Watch”-Blog veröffentlicht:Warum Firefox Chrome nicht überleben wird”.

Er geht darin hart mit der “verdeckten” Finanzierung der Mozilla-Foundation ins Gericht und bezieht sich dabei auf eine Meldung, wonach 88 Prozent der Mozilla-Einnahmen von Google kämen. Firefox sei demnach nicht jenes unabhängige und uneigennützige Open-Source-Projekt, für das es gemeinhin gehalten wird, sondern stattdessen eine von Google gesteuerte Marionette.

Nachdem  Google nun mit Chrome einen eigenen Browser ins Rennen schickt, geht Wilcox davon aus, dass Google allmählich auch sein Engagement bei Mozilla herunterfahren und ihnen damit “die Luft zum Atmen nehmen werde.”

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Der Browser soll also wieder mal das Betriebssystem ablösen…

… orakelt Joseph Reger, Chief Technology Officer von Fujitsu Siemens Computers, und gleich macht die Meldung die große Runde. Kommt mir irgendwie bekannt vor, denke ich, gebe den Satz in den Google-Schlitz ein, und was kommt heraus? Ein Computerwoche-Artikel von 1995, in dem Larry Ellison (der vom Oracle ;-) schon mit einer ähnlichen Prophezeiung zitiert wurde. Damals hießen die Visionen noch Powerbrowser und Network Computer – übriggeblieben ist davon gar nichts.

Außer natürlich jener Verheißung vom schlanken Web auf minimalistischer Hardware, die bis heute eine Faszination ausübt. Leider sieht die Realität aber ganz anders aus: Das Web ist zu einem Ajax-Flash-Codemonster verkommen, das noch mehr PC-Ressourcen frisst als Windows Vista. Ich kann ein Lied davon singen: Noch bis vor zwei Jahren reichte mir mein Dell X200-Subnotebook (Bj. 02, Pentium Mobile ULV 800 Mhz., Windows XP), um von Office bis Web mit allen Alltagsanwendungen flüssig zu arbeiten. Allmählich wird das Gerät jedoch zunehmend unbrauchbar, weil es auf vielen Webseiten mit 100 Prozent Prozessorauslastung die Grätsche macht. Auf die von Herrn Reger versprochenen schlanken, schnellen Systeme, die nur mit Browser auskommen, bin ich wirklich gespannt. Ich tippe mal, dass da unter einer Quad-Core-CPU nichts laufen wird.

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Windows 7 UI-News (2): fullscreen auto-dock – Fenster zoomen & andocken

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IT-Check Schule: Web 1.0, setzen, sechs!

Heute war der zweite Schultag nach den Ferien, und meine Tochter hat von ihrer ersten Informatik-Stunde berichtet. Ich: “Welche PCs habt ihr und wieviele?” Sie:”Noname, jeder Schüler einen.” “Und welches Betriebssystem?” “Wir haben Linux.”

Aus pädagogischer Sicht ist das ja gar nicht schlecht, wenn die Kinder mal was anderes als Windows kennen lernen. Allerdings beschleicht mich beim Blick auf die aktuellen Betriebssystem-Marktanteile (Net Applications) auch eine gewisse Skepsis: Linux dümpelt auch 12 Jahre nach dem ersten Hype bei unter einem Prozent Marktanteil – und wird vielleicht bald schon vom iPhone überholt. Da hoffe ich dann schon, dass die Schüler auch irgendwann mal mit Real-Live-Software in Berührung kommen …

Zwischen Web 0.1 und 1.0: Bitte nicht kontaktieren

Und wo ich gerade beim Thema war, wollte ich auch gleich die weiteren IT-Kompetenzen unserer örtlichen Schulen checken. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die beiden Gymnasien geben sich völlig zugeknöpft, auf den Webseiten unter Kontakt findet sich nicht mehr als eine anonyme Einheits-Mail-Adresse, die im Sekretariat aufläuft. Nicht einmal die Schulleiter sind direkt per Mail zu erreichen. Ähnlich düster sieht es auch auf der Realschul-Website aus.

Überraschend aufgeschlossen gibt sich im Vergleich dazu die Mädchenrealschule: Auf deren Kontaktseite präsentieren sich gleich zwei Schulleiter mit persönlicher E-Mail-Adresse. Das ist zumindest schon einmal ein lobenswerter erster Schritt.

Man darf wohl nicht erwarten, dass Lehrer jedem Technik-Hype nachlaufen und nun allesamt Bloggen oder sogar Twittern. Und vielleicht mag in den Kollegien auch die Angst  vor Schülerklamauk umgehen. Aber in Zeiten, in denen fast alle Schüler (und deren Eltern) online sind, darf man schon etwas mehr Offenheit und vielleicht sogar Experimentierfreude mit neuen Kommunikationsmitteln erwarten.

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Fast hätte Endemann Google gekauft …

suchmaschinen_1999 Zehn Jahre Google ist wahrlich ein guter Anlass, um mal den ein oder anderen Blick zurück in die wilden Jahre des Internet zu werfen und ein paar Erinnerungsstücke herauszukramen. Zusätzlich angespornt fühle ich mich angesichts der Legendenbildung, die gerade von einigen Medien betrieben wird. So schreibt etwa die FAZ:

Ohne Google sind Informationen wenig wert, weil sie – ganz simpel – nicht gefunden werden. Und was nicht gefunden wird, existiert nicht. … Auf die Frage, wo sich die Menschen näher über ein Thema informieren, antworten heute 51 Prozent der Deutschen „im Internet“. 1999, als es Google in Deutschland noch nicht gab, waren es 9 Prozent.

Das ist natürlich ein Unsinn, der wohl dem Drang nach einer Pointe entsprang. Denn schon ab 1995, als wir längst mit den ersten selbstgestrickten Homepages online waren, tauchten mit Yahoo, Altavista und Lycos (Links aus dem Web-Archive von 1999/2000) die ersten Suchdienste auf und machten es möglich, die im weltweiten Netz verstreuten und zunächst verlorenen Informationsinseln zu finden. Und sie machten diesen Job damals nicht schlecht. Zumindest aus der Perspektive von 1994, als das Web noch einem schwarzen Loch glich, in dem man viel spannendes vermutete, aber nichts sehen konnte und daher jede URL, die man zu fassen kriegte, verlinkte. Was kaum mehr jemand weiß: Man war damals wirklich auf Tipps und das Buschtrommelprinzip angewiesen

Das primäre Problem der damaligen Suchmaschinen war ganz klar das fehlende Geschäftsmodell. Niemand wusste, wie man die explodierende Zahl von Suchanfragen in bare Münze verwandeln konnte. Deshalb penetrierte man die User mit immer mehr Bannerwerbung und überfrachteten E-Commerce Portalen, auf denen der Suchschlitz zur eher störenden Nebensache geriet. Es sollte schließlich geklickt und gekauft werden

So gesehen war Google mit der Reduktion auf das Wesentlich erst einmal eine Befreiung von den Krebsgeschwüren des Dotcom-Booms. Und natürlich kamen dazu massive technische Weiterentwicklungen der Suche mit neuen Kriterien wie Relevanz.

Ein großer und ein aufgeblasener Deutscher

Interessante Rollen haben in den Jahren des Goldrauschs übrigens zwei Deutsche gespielt. Über den einen schreibt der FAZ-Autor recht schön:

Als Erster erkennt ein Deutscher, was hier abgeht: Andreas von Bechtolsheim, der Gründer von Sun Microsystems, kommt damals eigens mit seinem Porsche angefahren, um Page und Brin den Scheck über 100 000 Dollar zu überbringen.

Auch der Werbefuzzi Ingo Endemann aus Neuss hatte wohl so eine Ahnung vom Internet-Geschäft der Zukunft. Von Deutschland aus wollte er die Suchmaschinenwelt beglücken und 1999 gelang ihm ein selbst für damalige Verhältnisse unvorstellbarer Raketenstart an der Börse:

Beim Börsengang im März 1999 hatte der Vorstandsvorsitzende Ingo Endemann seine Aktionäre mit einem Zeichnungsgewinn von 360 Prozent beglückt. Die Internet-Aktien wurden zu umgerechnet 23 Euro ausgegeben und kletterten am ersten Börsentag auf 106 Euro. Bei 12 Millionen Aktien erreichte die damals noch profitable Werbeagentur mit 30 Mitarbeitern am ersten Börsentag einen Wert von gut 1,2 Milliarden Euro.

Wer weiß, hätte Endemann die selben Visionen gehabt wie Bechtolsheim und noch ein paar jener Risikokapitalgeber, die damals jede lachhafte Internetidee finanzierten – vielleicht wäre dann Google zu kaufen gewesen… Endemann (Bekannteste Marke Abacho.de) nervte damals übrigens die Redaktionen mit seiner penetranten PR. Cirka ein bis zweimal die Woche verschickte er eine Pressemitteilung – immer nach dem selben Muster: “Endemann eröffnet Suchmaschine für Kinder”, “Endemann gründet Suchmaschine für Senioren”, “Endemann mit größter linksrheinischer Suchmaschine” und so weiter.

Endemann war eine Suchmaschinen-Plage, die sich mit dem Dotcom-Crash zum Glück von selbst erledigt hat. Und Google hat bewiesen, dass man mit Kreativität und Substanz auf lange Sicht Erfolg haben wird.

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