"Alles, was meine Studenten schreiben, stammt aus Wikipedia – als ob es keine Bücher mehr gäbe. Das ist aber weniger schlimm, als ich befürchtet hatte."
Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz in einem Vortrag über Web 2.0, Wikipedia und die neue Doxa.
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… gibt’s bei Wikipedia. Mittlerweile liegen da oben 170 Tonnen Raumfahrerschrott herum. Schon interessant, was Amerikaner, Russen, Japaner, Chinesen und Inder so alles hinterlassen haben. Zum Beispiel diesen ferngesteuerten Roboter “Lunokhod 1” der unbemannten Sovjet-Mission Luna 17, der von 1970 bis 1971 elf Monate lang Bilder schoss und Bodenproben nahm.

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Man kann es sich immer nicht so recht vorstellen, wie die Menschen früher gelebt haben. Irgendwie ärmlich stellen wir es uns vor, vom “freien”, zügellosen Konsum unserer Zeit war man unendlich weit entfernt. Ein guter Gradmesser, um sich den Lebensstandard vergangener Zeiten zu vergegenwärtigen, ist die Ernährung – und was kann bessere Einblicke dazu liefern als ein Kochbuch. So zum Beispiel das “Neue Kochbuch” von Friederike Louise Löffler aus dem Jahr 1806. Ich bin zufällig darauf gestoßen und war erstaunt, welche – zeitlosen – Köstlichkeiten damals auf dem Speiseplan standen. Zum Beispiel “Schmalzbäckerei: Fastnachtküchlein mit Hefen”. Wäre durchaus mal eine Anregung für eine alternative, anschauliche Form des Geschichtsunterrichts.
Übrigens: Der Dessert-Klassiker “Bayrisch Creme” lässt sich laut Wikipedia bis ins Jahr 1385 zurückverfolgen – als Bayern-Export an die französische Haute Cuisine.
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So kann man auch aussteigen, als Pilot, wenn man es beim vorangegangenen Flugmanöver etwas übertrieben hat. Bei Youtoube gibts den Film dazu – mit dem Looping davor und dem Inferno nach dem Aufschlag der F16 – weit genug weg von den Zuschauern.
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Was für ein Sommer: Kaum befällt einen bei über 30 Grad wieder mal die Angst vor der Klimakatastrophe, die uns gnadenlos ausdörren und verglühen wird, bibbern wir Tags darauf schon wieder bei 14 Grad. Kommt es also vielleicht ganz anders, stehen wir in Wirklichkeit vor der nächsten Eiszeit? Nein, sagt Wikipedia, wir befinden uns nämlich geschichtlich gesehen immer noch in einer Eiszeit! Hier aus dem Artikel "Eiszeit" ein paar interessante klimageschichtliche Erkenntnisse:
Die aktuelle »Nacheiszeit«, in der geologischen Zeitskala als Holozän bezeichnet, ist eine Warmzeit innerhalb eines globalen Eiszeitalters, die seit etwa 11.000 Jahren andauert. Auch in den Wärmephasen eines globalen Eiszeitalters bleibt das Klima im erdgeschichtlichen Vergleich relativ kalt, die Eisbedeckung in der Nähe der Pole und höheren Gebirgen wird meistens erhalten.
Unser jetziges Eiszeitalter hat vor etwa 2,6 Millionen Jahren, im Pliozän, begonnen. Andere Quellen geben den Beginn mit 2,7 Millionen Jahren vor heute an.
Dass die heutigen Gletscher der Alpen oder Skandinaviens Reste der letzten Vereisung sind, wird vielfach angenommen, ist aber falsch. Vielmehr war Europa auf dem Höhepunkt der Nacheiszeit (Holozän) vor ungefähr 7.000 Jahren völlig eisfrei. Die meisten europäischen Gletscher sind erst danach wieder entstanden und demnach ziemlich jung und höchstens 6.000 Jahre alt. Ihr Umfang schwankte in den letzten Jahrtausenden zudem stark.
Und dann noch was aus dem Artikel "Kleine Eiszeit":
Während des Mittelalterlichen Klimaoptimums zog sich z.B. im nördlichen Atlantik das Packeis nach Norden zurück und die Landgletscher verschwanden teilweise. Diese Erwärmung erlaubte es den Wikingern, Island (seit etwa 870) und Grönland (seit 986) zu besiedeln. Das Polarmeer war in beiden Richtungen schiffbar.
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Ich bin gerade bei folgendem Zitat des Tages hängen geblieben:
Ich glaube, dass kein einziges Kind freiwillig gerne fernsieht.
Folke Tegetthoff
und habe mir zunächst spontan gedacht, "das kann einfach nicht stimmen", auch wenn man sich das als Eltern gerne wünschen würde. Zumindest angeregt durch diese Aussage schnell mal bei Wikipedia nach dem Autor gesucht, fand ich dort ein wirklich bemerkenswertes Zitat:
Ich halte die Arbeit mit Erwachsenen für weitaus wichtiger, als meine Arbeit für Kinder. Denn die seelische Verwahrlosung, eine ständig steigende Unkonzentriertheit, übermäßiger Konsum von TV und Computerspielen bei unseren Kindern, ist auf die wachsende Unfähigkeit zur Kommunikation unter den Erwachsenen zurückzuführen. SIE müssen die Kunst des Erzählens UND des Zuhörens wieder erlernen, um sie dann an ihre Kinder weitergeben zu können.“
Sollten wir uns alle hinter die Ohren schreiben.
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Vor ein paar Jahren noch galt Microsoft als der Linux- und Open-Source-Feind schlechthin. Doch die Zeiten ändern sich, und so haben die Redmonder nun das Teufelszeug in Gestalt zweier offiziell anerkannter Open-Source-Lizenzen ins Programm genommen. Besonders charmant daran erscheint deren Einfachheit: Beide Lizenzvarianten bestehen aus lediglich drei Paragraphen, die wohl jeder Entwickler verstehen dürfte. Den Hinweis dazu lieferte heute der Open-Source- und Linux-Stratege im Hause Microsoft, Sam Ramji, im Rahmen einer Pressekonferenz.
Ich habe aus diesem Anlass mal einen Blick auf die “Heilige Schrift” des fundamentalistischen Teils der Open-Source-Szene, die GPL, geworfen und stelle fest: Das Schriftstück, um das der harte Kern der OS-Szene seit Jahren ein riesen Tohuwabohu macht, ist das reinste Bürokratiemonster. Derartige Schriftstücke überlässt man besser seinem Anwalt – und wie viele Entwickler haben das schon getan? (hier die deutsche Übersetzung)
Die GPL-Verfechter verstehen sich ja bekanntlich als Freiheitskämpfer – als solche sollten sie sich dann aber mal Gedanken über eine angemessene, allgemein verständliche Kommunikation machen. Sonst wird’s nämlich nichts mit einer breiten Befreiungsbewegung. Ich bin jedenfalls gespannt, wie dieses Lager nun auf jene neue, minimalistische Konkurrenz-Lizenz von Microsoft reagiert.
Noch was zum Thema: Linux sei aus patentrechtlicher Sicht “völlig wasserdicht und unangreifbar“, hat mir ein Bekannter (und Open-Source-Afficionado) immer wieder weiß machen wollen. So sicher scheint das nun aber doch nicht mehr zu sein: Offenbar steht nämlich Red Hat und Novell gerade ein größerer Patentrechtsstreit ins Haus, wie IT-Jungle meldet.
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Peinlich, peinlich: Die PR-Berater des Finanzinvestors Rubenstein (Carlyle-Group) versprechen gleich sechs großen Zeitungen (FAZ, SZ, Welt, FDT, Handelsblatt und Börsenzeitung) ein “EXKLUSIVES” Interview. Jede der Redaktionen lässt sich darauf ein, und zur Überraschung aller bringen die jeweils fünf Konkurrenzblätter am Mittwoch auf ihren Titelseiten die selbe Geschichte.
Was schlimmeres kann einem eigentlich als Redakteur nicht passieren, und darum wird Rubenstein/Carlyle in nächster Zeit wohl mit wenig wohlwollender Berichterstattung rechnen müssen. Entweder waren hier extreme PR-Dilettanten am Werk, oder aber, der Coup wird fürstlich honoriert und man geht auch noch davon aus, dass der amerikanische Auftraggeber nichts von beleidigten deutschen Redakteuren mitbekommt.
via Handelsblatt-Blogger Knüwer und Ziesemer
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Während die Wikipedia von manchen Idealisten als die Einlösung kollektivistischer Träume betrachtet wird, haben viele andere die Macht des darin gespeicherten Wortes längst erkannt und füttern die Wikipedia gezielt mit eigenen Informationen. Nun liegt es meines Erachtens durchaus in der Natur der Sache, dass eine offene Enzyklopädie mit interessengeleiteten Inhalten gefüllt wird, (hier habe ich schon mal über PR-induzierte Texte in der Wikipedia geschrieben). Als problematisch betrache ich allerdings den Umstand, dass besonders bei weltanschaulich oder kommerziell relevanten Themen nicht nachvollziehbar ist, von welcher Seite die jeweiligen Informationen oder Modifikationen stammen.
Mit Herkunft-verschleiernden Korrekturen oder Manipulationen der Wikipedia könnte nun aber Schluss sein:
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Die Wikipedia gibt es mittlerweile in ca. 250 Sprachen, wobei natürlich die englische “Ur”-Wikipedia mit derzeit ca. 1,9 Millionen Artikeln den umfangreichsten Bestand aufweist. Welche Bedeutung haben aber die anderen Sprachversionen? Die deutsche Variante, die nur vier Monate nach dem Original im Mai 2001 startete, ist mit derzeit 616.000 Artikeln konstant an zweiter Stelle, gefolgt von der französischen (534.000), der polnischen (408.000) der japanischen (396.000), der italienischen (327.000) und der niederländischen (!) (322.000).
Eine ausführliche statistische Auswertung inklusive farblich dargestellter Wachstumsraten aller Sprachen gibt es hier, eine Zusammenfassung aller Wikipedia-Statistiken hier.
Unter den deutschen Dialekten sind die alemannische (Schweiz bis Schwaben, 3125 Artikel) und die niedersächsische (plattdeutsch, 10.335 Artikel) schon lange dabei und recht groß. Die bairische Wikipedia, die sehr viel später – im Mai 2006 – eröffnet wurde und derzeit 951 Artikel zählt, wächst zur Zeit überdurchschnittlich schnell.
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Geantwortet
Gurkburk DSL Raiders sagt: Gerade die Medien haben sich geändert, ich finde es persönlich spannend, wie cnn damit umgeht. Dort..., [1 Kommentare]
Wolfgang Sommergut sagt: Cyberskeptiker wie Hr. Nürnberger sind in die Falle ihrer Fehlprognosen getappt. Hätten sie sich..., [1 Kommentare]
腾飞 sagt: 最近wp不能实现自动更新怎么回事呀,目前是2.85的!, [2 Kommentare]
Ron sagt: Danke fuer den Tipp.Habe das selbe Problem und war auf der Suche nach einer Loesung. Ron, [2 Kommentare]
Anra sagt: ne, ich bleib bei Dolomiti. immer noch. da kommt nur http://www.schoeller.de/Home/U nserEis/Unterwegs/BunteEisk..., [17 Kommentare]